im Erzbistum Hamburg

 

Lob und Anerkennung für unsere Pfarrsekretärinnen

Ein normaler Vormittag im Pfarrbüro: Das Telephon klingelt; es läutet an der Haustür; mehrere Mails gehen gleichzeitig ein; etwas altmodisch wirft das Faxgerät ein Fax aus; das private Handy piept und zwitschert. Alltäglicher Wahnsinn. Durch die Fusionen zu pastoralen Räumen sind unsere Pfarrsekretärinnen (Pfarrsekretäre gibt es natürlich auch!) in ihrer „Multitaskingfähigkeit“ noch mehr gefordert als früher. Sie sind die primären Ansprechpartnerinnen der Pfarrei, oftmals der erste Bezugspunkt für Außenstehende. Sie geben dem Pfarrhaus ein Gesicht und prägen das Klima vor Ort. Was wären wir Pfarrer ohne sie?

Zudem kennen die Pfarrsekretärinnen uns Pfarrer oft am besten. Gerade weil sich die Gemeinschaft im Pfarrhaus sehr verändert hat – in welchem Pfarrhaus wohnen denn noch zwei Mitbrüder und eine Haushälterin unter einem Dach, wie zum Beispiel die beiden Goldjubilare dieser Woche, Msgr. Winfried Schiemann und Pfarrer Norbert Müller, es noch in ihrer aktiven Zeit erfahren durften? – , sind sie bisweilen die einzige bleibende Bezugsperson der Geistlichen und kennen die Stärken und Schwächen  ihrer „Chefs“ in- und auswendig. Vertrauen ist das A und O. Und ihre Berufsbeschreibung ist kaum fehlerfrei wiederzugeben; denn sie sind ja meistens gar nicht im Büro anzutreffen, weil wieder einmal die Kollekte zur Bank oder ein Gast ins Gemeindehaus gebracht werden muss. Wie viele Stunden in der Arbeitswoche leihen unsere Pfarrsekretärinnen als Seelsorgerinnen und „Beichtmütter“ Menschen ihr Ohr und ihr Herz? Auch das sollte jeder bedenken, der über einen Anrufbeantworter schimpft. Und durch häufige Versetzungen des Personals garantieren die Pfarrsekretärinnen eine gewisse Kontinuität in der Pfarrei: Auch wenn sich alles ändert, kennt sich die Sekretärin aus und weiß um die roten Fäden, die Geschichten der Gemeindemitglieder, die Chronik der Pfarrei, die Jubiläen und Gedenktage. Pfarrsekretärinnen sind die wahren Geschichtsbücher einer Kirchengemeinde.

Gewiss, all dies klingt nach überschwänglichem Lob und übertriebener Anerkennung. Aber in meinen Augen ist diese Wertschätzung gerade jetzt mehr als geboten. Kein Stein bleibt in unserem Erzbistum auf dem anderen, alles wird auf den Prüfstand gestellt, Unruhe und Unsicherheit allerorten. Ganz persönlich möchte ich deshalb den Frauen (und Männern) danken, die Tag für Tag und oft mit unzähligen Überstunden den ganz normalen Arbeitsalltag in unseren Pfarrbüros garantieren. Sie sind immer für uns und alle Gläubigen „einfach da“. Das tut gut.

In Neubrandenburg steht eine alte Telephonzelle unweit unseres Pfarrbüros. „Ruf doch mal an!“ stand früher als Aufkleber in einer Sprechblase auf den Wänden der gelben Telephonhäuschen – geradezu als Aufforderung, in den zerfledderten Telephonbüchern nach einer Nummer zu suchen und Geldmünzen in die Schlitze einzuwerfen. Manchmal stelle ich mich in diese inzwischen grüne Zelle und sinniere, denke nach, fliehe in die „gute, alte Zeit“. Wie lebten die Lübecker Märtyrer, an die wir diesen Sonntag erinnern, in ihrem Pfarrhausalltag? Wie lebten die Mitbrüder in der DDR? Nachdenken in einer Telephonzelle. Exerzitien im Alltag. Auszeit. Schweigeminute. Rekreation. Tankstelle. Wir alle brauchen diese Orte „altmodischer Kommunikation“, um wieder zu Menschen zu werden, die zueinander „Du“ sagen. Handyfreie Zonen. Das sind die idealen Pfarrbüros, in denen weniger verwaltet und mehr miteinander gesprochen wird. Seelsorge pur. Und das Wort ist Fleisch geworden…

Text: Felix Evers

Foto: Engelbert Petsch

Bundestreffen 2017 Protokoll

Sprachrohr 2-2017

Sprachrohr-1-2017

Sprachrohr 2-2016

EB Personalentscheidung Nov 15

 

Handbuch für das Pfarrbüro – online-Ausgabe Auf der Homepage des Erzbistums Hamburg wird unter der Rubrik „Verwaltung“ eine überarbeitete Fassung des Handbuchs für das Pfarrbüro online gestellt. Über die Suchfunktion können Stichworte eingegeben und Themen leicht gefunden werden. Die online-Fassung wird bei Bedarf von der Fachstelle Kanonisches Recht überarbeitet und aktualisiert werden. Vorgenommene Änderungen werden dokumentiert und die jeweilige Druckversion datiert.